Solidarität mit Liechtenstein!

„Der Grundsatz des Völkerrechts, als des allgemeinen, an und für sich
zwischen den Staaten gelten sollenden Rechts, zum Unterschiede von
dem besonderen Inhalt der positiven Traktate, ist, daß die Traktate, als
auf welchen die Verbindlichkeiten der Staaten gegeneinander beruhen,
gehalten werden sollen. Weil aber deren Verhältnis ihre Souveränität
zum Prinzip hat, so sind sie insofern im Naturzustande gegeneinander,
und ihre Rechte haben nicht in einem allgemeinen zur Macht über sie
konstituierten, sondern in ihrem besonderen Willen ihre Wirklichkeit.
Jene allgemeine Bestimmung bleibt daher beim Sollen, und der Zustand
wird eine Abwechslung von dem den Traktaten gemäßen Verhältnisse
und von der Aufhebung desselben.“

(Hegel, „Grundlinien der Philosophie des Rechts“ §333)

In dem Hass auf die „Steuerflüchtlinge“ ist der Hass auf diejenigen aufgehoben, die man als diametral dem des sich als organische Einheit vorgestellten Kollektivs (mit dem Namen: Volk) wähnt; d.h. diejenigen die man als parasitär ansieht, die sich nur ihre eigenen Vorteile in dem Kollektiv suchen, aber nicht bereit sind zum (Selbst-)Opfer für jenes und somit nicht in diesem Kollektiv aufgehen wollen, sondern ihre eigene Handlungsfähigkeit erhalten wollen. So trifft dieser Hass neben den bereits erwähnten „Steuerflüchtlinge“, die „Heuschrecken“, Lobbyisten und Politiker die Affirmationen zu diesen aufweisen, Firmen wie in jüngster Zeit Nokia, „Florida-Rolf“, Spekulanten, „die da oben“ oder – in früheren Zeiten (heute ist es ja möglich und hoch anerkannt, seinen Dienst für das Kollektiv (genannt Zivildienst) an anderer Stelle wie Altersheim, Krankenhaus o.ä. zu absolvieren (aber wehe man versucht diesen außerhalb des Kollektivs zu leisten – jeder der schon versucht hat bzw. es geschafft hat seinen Zivildienst außerhalb von Deutschland abzuleisten, wird wissen, welch Hürden einem diesbzgl. in den Weg gelegt werden) – Wehrdienstverweigerer.
In der Vorstellung, dass das organische Kollektiv höher steht, als die individuellen Interessen findet ein Rückfall hinter die kapitalistische Logik und hinter die Prämissen von Aufklärung und Liberalismus statt (vielmehr ist es eine Art Stammesdenken was darin seinen Durchbruch findet).
Der Wille dieses Kollektiv, d.h. der Volkswille braucht auch die Möglichkeit der Exekution dessen und somit auch einen Exekutor. In Deutschland geschieht dies in erster Linie durch den Staat, der deutsche Staat als Volksstaat, in jenem die Vorstellung von organischerer Einheit (wieder) aufscheint (dennoch hat der gegenwärtige Staat in Deutschland (die BRD) einen Doppelcharakter inne, ist er einerseits Volksstaat und somit Exekutor des Volkswillens, ist er zugleich das zivilisierende Moment, der das Volk gegebenenfalls und in bestimmten Fällen, in Zaum hält). An jenen wird in der Regel appelliert um bestimmte Forderungen durchzusetzen und jene Subjekte zu bestrafen die der Amalgamierung im organischen Kollektiv widerstehen (wollen).
Auch die „globalisierungskritische“ Organisation attac wendet sich mit ihren Forderungen an den Staat; so forderten sie vor einigen Tagen vor dem Berliner Reichstag: „Stoppt die Raubritter: Sanktionen gegen Liechtenstein“ (man bedarf nur der geringen Übertreibung um sich die Forderung nach einem militärischen Eingriff gegen diese „Raubritter aus Lichtenstein“, vorzustellen) – bezeichnenderweise wurde dies natürlich auf Indymedia dokumentiert.
Liechtenstein wird als Bedrohung empfunden, das außerhalb der Rechtsordnung steht („Raubritter“) und (damit) das deutsche Gemeinwesen bedroht, in dem es denjenigen, denen ihr individuelles (monetäre) Wohl wichtiger als das des Kollektivs, welches sie (restlos) subsumieren will, die Möglichkeit zur monetären Zuflucht eröffnet. Es besteht der Wunsch der deutsche Staat möge doch gegen jene mit allen gebotenen Mitteln und Härte dagegen vorzugehen – schließlich könne dass so innig geliebte Kollektiv sonst Schaden nehmen. Es ist nicht so sehr der monetäre Verlust der im Vordergrund steht, sondern vielmehr die Gefahr, dass der Individualismus überhand nehmen könnte und damit ein Zerfall des Kollektivs anstehen könnte, die das Volk in der Forderung nach Bestrafung, ahnt. Um das Kollektiv wieder als das Höchste und das Untastbare, Nichthinterfragbare dastehen zu lassen, muss die Verletzung die durch die individuelle Tat an jenem verübt wurde, wieder aufgehoben werden, so dass das Kollektiv wiederhergestellt wird.
In der Bestrafung Liechtensteins soll das organische Kollektiv: deutsches Volk wiederhergestellt werden.
Dass dabei die angewandten Methoden, die vermutlich jeden Linken zum Aufschrei bewegen (zumindest wenn sie von den USA oder Israel angewandt worden wären) würden, offensichtlich goutiert werden, soll dabei auch nicht weiter verwundern; schließlich geht es dabei um etwas „Höheres“, für das man gerne bereit ist nicht nur den eigenen Wohlstand und das eigene Leben, sondern auch die eigenen Überzeugungen zu opfern.
Liechtenstein gilt – entsprechend des bereits Aufgezeigten – als “parasitärer Zwergstaat” (ein Verdi-Sprecher), “Pirateninsel” (Markus Söder) oder “Raubrittertum” (Kurt Beck) (siehe hier) und Liechtenstein hat diese Drohungen verstanden, wenn es das Vorgehen Deutschlands als Angriff sieht.
Diesem (deutschen) Unterfangen ist jedenfalls Einhalt zu gebieten, wie ebenfalls dem (subsumierenden) Kollektivismus des deutschen Volkes und seinen (politischen) Speerspitzen wie bspw. „attac“; und solange dies nicht erfüllt ist, muss es heißen: „Solidarität mit Liechtenstein!“.


3 Antworten auf “Solidarität mit Liechtenstein!”


  1. 1 tray.tor 25. Februar 2008 um 21:11 Uhr

    mach das aktueller und dein blog kann spON ersetzen =) .
    liebe grüße aus berlin

  2. 2 tray.tor 25. Februar 2008 um 21:12 Uhr

    mach das mit dem blogeinträgen öfter und dein blog kann spON ersetzen =) .

    liebe grüße an aus berlin

  3. 3 Edward Gran 25. Februar 2008 um 23:51 Uhr

    thx – wenn ich jetzt eine bezahlte Vollzeitstelle dafür kriegen würde, kann ich auch gerne Deinem Wunsch nachkommen ;)

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